
Am gestrigen Tage machte ich mich um 05:18 Uhr auf zu einem mir angebotenen Vorstellungsgespräch in weiter Ferne. In München nämlich. Dort angekommen, regnete es fürchterlich, aber ich ging voller Elan zu jener Schifffahrtsagentur, bei der ich mich zuvor beworben hatte. Dort sagte man mir, es würde schwer werden, einen Einsatzort in Ost- Deutschland zu finden, da die Möglichkeiten dort sehr begrenzt seien, meine Möglichkeit bestünde jedoch. Diese Möglichkeit bestand daraus, meine Sachen zu packen und mich in ein kleines, verlassenes, nach Aussage meine wahrscheinlich zukünftiges Chefes "niedliches Dörfchen" zu begeben. Meine Freude war unermesslich. Niedrig.
Anfangs war ich noch begeistert, einen Job gefunden zu haben, dazu noch einen interessanten mit viel Weiterbildungsmöglichkeiten. Je mehr ich mich jedoch von München entfernte und je mehr ich mir die Meinungen meiner Freunde und Familie einholte, desto mehr schwand auch meine anfängliche Begeisterung. Anhalt- Bitterfeld ist nicht aus der Welt und dieser Arbeitsplatz eine große Chance für mich. Aber nach den vielen "hmmm's" aus den Reaktionen meiner Mitmenschen wandelte sich meine Laune sehr negativ.
Nebenbei gesagt: Nie wieder fahre ich weite Strecken mit der Deutschen Bahn. Nachdem schon auf der Hinfahrt nach München (6 1/2 Std) Probleme auftauchten, waren die bei der Rückfahrt (6 Std) anstehenden Probleme einfach nur schrecklich. Aufgrund einer Streckensperrung hatte der ICE zwischen Lichtenfels und Leipzig eine halbe Stunde Verspätung. Somit erreichte ich meinen Zug in Lutherstadt Wittenberg nicht, welcher übrigens auch der letzte war, der fuhr. Am Ende musste ich nach Berlin fahren, mit hochhackigen Schuhen über den Bahnhof Südkreuz flitzen um den letzten Zug Richtung Ludwigsfelde (von wo ich abgeholt wurde) zu erreichen. Der Tag war endgültig gelaufen und ich fix & alle.